22.04.2021

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Der schlechteste Barde der Welt … ?

by Tyree
Categories: LARP, Rollenspiel
Tags: No Tags
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Seit zwei Jahren spiele ich jetzt einen Barden im LARP. Vor einigen Tagen bin ich über diesen Artikel der Teilzeithelden gestolpert und dachte mir daher, dass es wohl mal Zeit wird, dass ich auch einen Erfahrungsbericht zu meinem Barden schreibe.

Ich habe als NSC meine Zeit als LARPer begonnen und als NSC hat man nach dem Ende des Plots nichts mehr zu tun und spielt daher Tavernencharaktere, um an der Abschlussfeier teilzunehmen. Zu diesem Zweck erschuf ich Holgar Kleinlaut, den schlechtesten Barden Thules, da ich ganz gerne mit meiner Gitarre ein bisschen Musik gemacht habe. Als die Orga aufhörte Cons zu veranstalten hörte ich auf NSCs zu spielen und Holgar Kleinlaut wurde zunächst eingemottet. Erst vor zwei Jahren beschloss ich das Experiment zu wagen aus Holgar einen SC zu machen, da es mich immer in den Fingern juckte zu musizieren, wenn ich Leute mit Instrumenten auf Cons gesehen habe, Musik aber zu meinen Charakteren nie so wirklich passte.

Mehr als nur ein Barde

Als SC war mir ein Barde alledings zu wenig, daher hat der Charakter noch weiteren Hintergrund bekommen, nämlich den eines ehemaligen Militärmusikers. Früher war es durchaus üblich, dass Militärmusiker das gemeine Volk bespaßten und sich so einen kleinen Obulus zu ihrem Sold hinzuverdienten, egal ob in barer Münze oder auch in zusätzlicher Verpflegung. Die wenigsten Militärmusiker waren begnadete Musiker, daher passte das recht gut zusammen.So war auch klar, dass man sich ruhig in Kämpfe stürzen kann. Inspirationen zu der Art wie ich ihn spielen wollte kamen aus der Königsmörderchronik und aus Dragonheart.

Es gab da nur ein Problem, ich kann weder gut singen noch kann ich gut Gitarre spielen. Kann man dennoch einen Barden verkörpern? Das sollte das Experiment werden. Durch den Namen Kleinlaut und den Zusatz „der schlechteste Barde von …“ sollten die Erwartungen von vornherein heruntergeschraubt werden.

Die erste Con – Lampenfieber

Als erstes brauchte ich natürlich Lieder. Also habe ich schnell das Internet durchforstet und einige Klassiker der LARP Szene in mein Songbuch aufgenommen. Dazu kamen einige Texte, die ich in der Zeit als NSC geschrieben habe und dann ging es mit einem Reportoir von 13 Liedern auf die erste Con.

Schnell hatte ich sehr viel Spaß, gerade mit dem drum herum. Während der Kämpfe im Wald das erlebte direkt in Reime zu verfassen und niederschreiben zu lassen oder auch Melodien anzustimmen haben den Barden gut rübergebracht. Dann kam aber der Tavernenabend und das Lampenfieber setzte langsam ein. Mir war klar, als Barde steht man zwangsläufig im Rampenlicht. Zum Glück war eine sehr gute Harfistin anwesend, die den großen Teil der Bespaßung übernahm und mir auch beim Verfassen des Textes zu einem Charakter auf der Con half. Der Mut reichte aber noch nicht aus, um wirklich laut meine Lieder vorzutragen.

Was aber sehr gut ankam, war der Text auf den Charakter, den ich eigentlich während der gesamten Con verfasst habe und am Samstag Abend dann das erste Mal vortrug. Die Freude des Spielers war groß und so wurde ich ermuntert das Experiment fortzusetzen.

Die zweite Con – Andere Barden

Auf der zweiten Con waren wesentlich mehr Barden anwesend – allesamt natürlich besser als ich. Hier habe ich viel gelernt, zum Beispiel, dass eine Konzertgitarre in einer Taverne viel zu leise ist. Da konnte ich noch so in die Saiten hauen, die mitsingenden Gäste und die Westerngitarren waren einfach wesentlich lauter. Außerdem wurde hier schnell klar, dass man mit den 15 Liedern in meinem Buch wirklich nicht weit kommt – vor allem hat man wenig Auswahl, wenn es um die Wünsche der Zuschauer geht. Aber hier kam mir auch die Idee nicht nur Mitmach-Liederbücher dabei zu haben, sondern auch Mitmachinstrumente.

Nach der Con musste also eine neue Gitarre her und dazu noch eine Dschembe und einige andere Rhythmusinstrumente für Kinder, denn jetzt kamen die Familien Cons.

Weitere Cons – eine steile Lernkurve

Meine neue Westerngitarre hat einen extra großen Schallkörper und ist daher besonders laut. Dazu eine kleine Dschembe, die immer auf dem Tisch stand, neben den Mitsingbüchern, in denen schnell 30 bis 40 Lieder zu finden waren. Viele dieser Lieder waren bekannte Melodien, die von mir einen LARP gerechten Text bekamen. Dieser Teil hat mir besonders viel Spaß gemacht und so wurden einige Conerlebnisse oder auch Charaktere in Liedtexten verewigt. Die Freude der Spieler war dabei immer ein absolutes Highlight. Natürlich wurde ich auch besser, aber vor allem wurde ich mutiger. Das Lampenfieber wich immer schnell einem Hochgefühl, wenn ich gemerkt habe, dass die Leute wirklich mitgesungen haben und dass ich wirklich in der Lage war die Taverne zu unterhalten. Die Nische, in die ich passte, war gefunden – ich spielte einen Tavernenbarden.

Wannimmer andere Barden – bessere Barden – da waren, beschränkte ich mich auf das Mitspielen und Begleiten und spielte nur gelegentlich einige meiner Eigenkreationen, versuchte aber so viel wie möglich zu lernen und Lieder mitzunehmen. Vor allem aber machte ich bei den Barden Werbung für meine Texte, denn irgendwie träume ich noch davon, dass ein Spieler, dessen Charakter ich besinge, irgendwann mal einen anderen Spieler trifft, der den Charakter schon aus den Texten von Barden kennt. Dafür müssen Texte aber erst einmal weiter verbreitet werden. Einige meiner Texte findet ihr auch hier, in meinem Blog, bedient euch also wie ihr wollt und betrachtet die Texte als CCBY lizensiert.

Fazit nach 2 Jahren als Barde

Man muss kein großer Musiker sein, um einen Barden zu spielen. Es gibt für jeden eine Nische und es kommt in erster Linie darauf an, dass man Spaß daran hat und diesen Spaß auch rüberbringen kann. Natürlich braucht man schon Grundfähigkeiten, ansonsten könnte es zu Frustmomenten kommen, wenn die Leute sich zuerst zu einem setzen, dann aber schnell wieder aufstehen und gehen. Feedback, wie der Satz der Harfistin des ersten Cons, ich müsse Holgar Kleinlaut jetzt den immer besser werdenden Barden nennen oder auch die erste „Buchung“ – also Einladung als Barde für die Unterhaltung zu sorgen, haben sich einfach großartig angefühlt und mich bestärkt Holgar immer weiterzuspielen.

Es gab aber auch mal negatives Feedback, meist das unformulierte weggehen. Viel der ausformulierten Kritik richtet sich aber eher gegen die Lieder, als gegen das Spiel. Was die Liedauswahl angeht, da kann man es einfach nicht allen Recht machen. Einige wollen mittelalterliche Musik, andere wollen LARP-Klassiker und wieder andere finden sogar das ein oder andere OT Lied zur richtigen Zeit gut. Außerdem gibt es auch noch die Spieler, für die Bardenspiel nur denen erlaubt ist, die ein mittelalterliches Instrument perfekt beherrschen, da stoßen dann sogar schon Gitarren negativ auf.



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