Der Exit vom Brexit …

oder: Warum es keinen Brexit geben wird!

Der Brexit ist in aller Munde und geistert durch alle Medien. Vor allem natürlich in britischen Medien wird über nichts anderes mehr geredet. Inzwischen sind zwar die ersten Verunsicherungen an den Finanzmärkten überwunden, aber es ist dennoch deutlich zu erkennen, dass der Brexit keine guten Auswirkungen für Großbritannien haben wird. Viele Briten, die rein emotional für einen Ausstieg aus Europa gestimmt haben, weil sie mit den Leuten vom Festland nichts zu tun haben wollen, bekmmen jetzt Angst um ihre Zukunft – um ihre Jobs, vo höheren Preisen und einem Zerfall des Vereinigten Königreichs. – Aber dennoch stehen ersteinmal alle Zeichen auf BREXIT!

Einen Brexit wird es aber nicht geben, und das kann man eigentlich an ganz einfachen Punkten erkennen, wenn man sich die unterschiedlichen Verhandlungspositionen betrachtet:

Groß Brittanien:

  1. Der Austritt wird erst beantragt, wenn die EU feste Zusagen für den Status danach macht.
  2. Der Austritt wird nur beantragt, wenn auch Schottland und Nord-Irland austreten wollen.
  3. Groß Britanien möchte noch immer am Europäischen Binnenmarkt teilnehmen, aber keine Freizügigkeit und keinen Einfluss der EU auf die eigenen Gesetze

Europäische Union:

  1. Der Austritt soll so schnell wie möglich beantragt werden, Verhandlungen werden dann in den zwei Jahren, wie vorgesehen, durchgeführt.
  2. Eine Teilnahme an dem Europäischen Binnenmarkt ist nur nach dem Schweizer oder Norweger Modell möglich, also unter Einhaltung von EU Regularien und Teilnahme an der Freizügigkeit.
  3. Einige europäische Staaten fordern sogar eine noch härtere Verhandlungsposition, um andere Austritte zu verhindern.

Das sind Punkte, die einfach viel zu weit auseinanderliegen. Die derzeitige Regierung wäre bei einem Kompromiss mit der EU einfach immer der Verlierer, da weitere Kernpunkte der Kampagne für den Brexit sich als undurchführbar herausstellen würden. Die Verhandlungen VOR den Verhandlungen werden sich also schon unendlich hinziehen. In dieser Zeit bleibt die Ungewissheit in Groß Britanien erhalten und die Ängste werden größer. Zudem kommt noch, dass May, die neue Premierministerin, zu den Gegnern des Brexit gehörte.

Realistischer als ein Brexit ist schon eher, dass die Labour Party, wenn sie ihre Führungsprobleme gelöst hat, mit einer EU freundlichen Wahlkampagne die steigende Angst in der Bevölkerung nutzt, um wieder an die Regierung zu kommen und dann ein zweites Referendum durchführt, dass den Brexit dann ein für alle Mal vom Tisch nimmt und die Situation im Land letztlich wieder normalisiert.


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