31.01.2013

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Gedanken zum Sexismus

by Tyree
Categories: Politik
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Zur Zeit scheint es kaum ein anderes Thema zu geben als das deutsche Sexismus“problem“. Irgend ein FDP Polit-Rentner hat Einen über den Durst getrunken und an einer Hotelbar eine Journalistin plump angemacht und schon kommen sie aus ihren Löchern gekrochen: Der Fem-Mob alla Alice Schwarzer und Co. Und schon heißt es: Deutschland hat ein Problem. Die Medien stürzen sich mit Wonne auf dieses Thema, scheinbar ist zur Zeit nicht viel los in Deutschland.

Aber immerhin hat es bei mir dafür gesorgt, dass ich mir viele Gedanken über dieses Thema gemacht habe und gerade auch die Meinungen von Frauen angehört habe. Dabei bin ich zu einigen Erkenntnissen gekommen, habe einige offene Fragen, aber habe im Grunde meine bisherige Meinung nicht wesentlich geändert. In diesem Artikel möchte ich meine Gedanken einfach Mal niederschreiben, auch um sie zu sortieren. Vieleicht liest es ja auch der Ein oder Andere.

Das Problem, was sich in den letzten Tagen gezeigt hat, ist, dass scheinbar jeder Sexismus für sich anders definiert. Darum möchte ich genau damit anfangen, mit meiner Definition von Sexismus.

Wikipedia sagt zu dem Thema: „Unter Sexismus versteht man die soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit und weist ihnen auf dieser Basis unterschiedliche Rechte und Pflichten zu.“

Im Großen und Ganzen trifft das meine bisherige Definition. Es ist ja klar, dass Männer und Frauen nicht gleich sind. Frauen fehlt die Vorrichtung, um im Stehen zu pinkeln und Männer können einfach keine Kinder kriegen. Da auch unsere Gefühle und Denkweisen letztlich nur biologische Abläufe im Körper sind, wäre es vermessen zu behaupten, dass es nicht auch hierbei Unterschiede gibt. Wenn man aus diesen Unterschieden aber eine soziale Komponente ableitet und aus diesem Grund diskreminiert, dann ist es Sexismus. Da das Wort Sexismus direkt vom Rassismus abgeleitet wurde, der ja besagt, dass es minderwertige und höherwertige Rassen gibt, würde ich Sexismus auch genau so extrem definieren. Ich spreche also erst dann von Sexismus, wenn Männer Frauen als minderwertig betrachten, sie aufgrund ihres Geschlechts nicht Ernst nehmen. Alles Andere heiße ich zwar nicht gut, aber dafür gibt es andere Begriffe.

Die Bildzeitung (wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet die Bildzeitung in meinem ersten Artikel verlinke) hat einige prominente Frauen gefragt, wie sie Sexismus definieren:

Jeanette Biedermann: „Es ist die Aufgabe der Männer, sensibel darauf zu achten, eine Frau nicht zu belästigen. Und es die Aufgabe der Frauen, den Männern dafür dezente Signale zu geben.“
Frau Biedermann, ich als Mann kann dazu nur sagen: Wir Männer haben oft Probleme diese „denzenten Signale“ richtig zu deuten, warum nicht einfach klar sagen was Sache ist, das hilft oft eher.

Désirée Nick: „Sexismus beginnt da, wo die Chemie nicht stimmt und der Flirt nicht auf Gegenseitigkeit beruht – hier zeigt sich jeder Mangel an Feingefühl.“
Frau Nick, ich würde das ja eher als Mangel an Feingefühl definieren. Wenn Sie Recht hätten würde bald kein Mann mehr versuchen von sich aus mit Frauen zu flirten.

Veronica Ferres: „Ein netter Flirt ist in gegenseitigem Einvernehmen charmant, spielerisch und respektvoll. Belästigung wird es bei jeglicher Überschreitung persönlicher Grenzen.“
Richtig Frau Ferres, aber was hat das mit Sexismus zu tun?

Annabelle Mandeng: „Wäre ich Herrn Brüderle halb privat an einer Hotelbar begegnet, hätte mit ihm getrunken und dabei ein anzügliches Kompliment kassiert, weil ich sexy aussah, hätte ich das sicher nicht toll gefunden, da sich unsere Politiker möglichst vorbildlich verhalten sollten, wie ich finde. Als einen sexistischen Skandal empfinde ich das aber wirklich nicht, vor allem nicht in so einem Zusammenhang, eher als peinlich. Herr Brüderle sollte sich besser beraten lassen und solche Gelegenheiten vermeiden, wenn sich bei ihm durch Alkoholkonsum sein Politikergehirn ab- und zu einem stinknormalen Männergehirn umschaltet.“
Frau Mandeng, ich kenne Sie zwar nicht, aber das ist genau meine Meinung. Herr Brüderle ist war dumm, rüpelhaft, plump, er hat die Journalistin belästigt, aber daraus abzuleiten dass er auch sexistisch ist ist reine Spekulation.

Katy Karrenbauer: „Anzügliche Blicke und Bemerkungen sind tabu! Gucken und ein Flirt sind o.k.“
Frau Karrenbauer, auch bei Ihnen frage ich mich, was das mit Sexismus zu tun hat. … und wann wird aus Gucken ein anzüglicher Blick?

Franziska van Almsick: „Es sollte in unserer Gesellschaft grundsätzlich wieder um mehr Respekt, Fairness und Miteinander gehen. Im Sport bin ich mit diesen Werten aufgewachsen, aber selbst hier müssen wir diese Werte für die Zukunft wahren.“
Frau van Almsick, das sind Werte, die ich so sofort unterschreibe.

Janine Kunze: „Als Staatsanwältin würde ich für so einen Brüderle-Spruch nicht mal ein Verfahren eröffnen. Als Frau sage ich: ,Mensch, Herr Brüderle, Komplimente gehen doch auch eleganter‘.“
Richtig, Frau Kunze, aber die Sprüche von Herrn Brüderle nur als missglückte Komplimente zu beschreiben, würde sie schon abwerten, belästigend waren sie sicherlich.

Micaela Schäfer: „Sexismus beginnt für mich, wenn man beim Anblick einer Frau an nichts anderes mehr denkt und sie nur auf ihren Körper reduziert.“
Frau Schäfer, auch wenn in Ihrer Aussage ein wahrer Kern steckt, ist es schon interessant das von einer Frau zu hören, die genau damit ihr Geld verdient.

Alexandra Kamp: „Jede halbwegs emanzipierte Frau weiß sich, bei einem nicht dramatischen Annäherungsversuch zumindest verbal zu wehren! Sexismus beginnt in meinen Augen beim sich privilegiert glaubenden Mann.“
Das denke ich auch, Frau Kamp, auch wenn einige Annäherungsversuche sicherlich unangenehm sein können, muss man darüber stehen können und verbal klar zu verstehen geben, was man denkt.

Nadja Atwal: „Sexismus ist inzwischen ein so überbenutztes wie leichtfertiges Wort wie depressiv und hat daher erheblich an seinem Wert verloren. Wenn eine Frau unterdrückt oder diskriminiert wird, dann ist es Sexismus. Alles weniger dramatische ist für mich eine Einladung zum intelligenten Kontern.“
Frau Atwal, Sie scheinen eine Frau zu sein, die weiß, was sie will und die über solchen Sprüchen wie von Herrn Brüderle drüber stehen würde. Sie haben Recht mit Ihrer Theorie, dass diese Inflation des Sexismus-Begriffes den wahren Sexismus verharmlost.

Ein Problem scheint zu sein, dass viele Frauen es unangenehm finden, wenn sie von Männern angesprochen werden, die sie selber unsympathisch finden. Wenn dieses Ansprechen dann noch plump ist, verwechseln einige Frauen das wohl mit Sexismus. Diese Frauen sollten sich einmal fragen, ob sie das ähnlich sehen würden, wenn ihr Traumtyp genau die selbe Art des Ansprechens gewählt hätte. Man könnte natürlich sagen, dass Männer, die eine Frau ansprechen, ihre Rolle so definieren, dass sie die Initiative ergreifen müssen, aber irgend jemand muss ja den ersten Schritt machen, sowohl Frauen wie auch Männer haben doch das Recht einen Menschen anzusprechen, den sie interessant finden. Ein Korb muss dann aber auch akzeptiert werden.

Eine weitere falsche Anwendung des Wortes Sexismus ist sicherlich auf Missverständnisse zwischen Männern und Frauen zurückzuführen. Man hört immer wieder, dass Männer und Frauen sich nicht verstehen würden. Diese Erfahrung mache ich auch immer wieder. Auf viele Männer wirken Reaktionen von Frauen irrational, genauso fällt es vielen Frauen schwer nachzuvollziehen, was es bedeutet mit männlichen Trieben in einer modernen Gesellschaft umzugehen. Ich lasse einmal offen, ob es dafür biologische oder soziologische Ursachen gibt, aber diese Missverständnisse führen sicherlich auch zu Äußerungen, die als Sexismus verstanden werden könnten.

Also, Frau Schwarzer und Co, sie tun den wirklich unterdrückten Frauen, die Opfer von echtem Sexismus sind, keinen Gefallen, wenn Sie jede dumme Äußerung irgendeines Mannes in der Öffentlichkeit gleich zu einem großen Sexismus-Skandal aufwerten wollen.Helfen Sie lieber den echten Opfern, die finden Sie aber wahrscheinlich nicht in der Öffentlichkeit.

Eingangs habe ich aber auch geschrieben, dass ich einige Erkenntnisse hatte, als ich anfieng mehr über Sexismus nachzudenken. Ich habe überlegt, ob ich in der Vergangenheit selber schon Sexismus erlebt habe und habe viele Situationen erlebt, die klar sexistisch waren, aber auch Situationen, wo ich mir nicht sicher bin, ob das auch Sexismus ist. Ein Freund von mir hat meine Feststellung, dass ich mich nur in Frauen verlieben würde, die mich auf irgendeine Weise beeindruckt haben, mit dem Satz geantwortet, dass er ja dann ein Problem haben würde. Diese Antwort zeigt ein tief sexistisches Frauenbild, was ich damals so noch nicht erkannt habe. Ich habe schon länger keinen Kontakt mehr zu ihm, aber ich hoffe für seine langjährige Freundin, dass er inzwischen etwas anders denkt. Das war sicherlich die klarste Konfrontation mit Sexismus, an die ich mich erinnere.

Ich habe aber auch darüber nachgedacht, ob ich schon sexistischen Frauen begegnet bin und hier gibt es noch Fragen, die ich nicht beantworten kann. Ist eine Frau sexistisch, die einen Beruf wählt, nur um in diesem leichter gut verdienende Männer kennenzulernen und dann gar nicht mehr arbeiten zu müssen? Sind Frauen sexistisch, die mit den männlichen Trieben spielen, um so schneller Karriere zu machen? Gibt es in unserer Gesellschaft, die sicherlich noch lange nicht ganz emanzipiert ist, überhaupt weiblichen Sexismus? Zur Zeit kann ich diese Fragen noch nicht beantworten, aber vieleicht ist das ja ein Thema für einen anderen Artikel.



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